Die erste Challenge

Schon bald ist es soweit. Der 1. August steht vor der Türe und meine Reise geht am Nationalfeiertag der Schweiz los. Wer mit mir gesprochen hat, der weiss ich möchte auf dieser Reise viel über mich selbst lernen. Erfahren wofür ich da bin und was meine Aufgabe ist. Es wäre doch etwas egoistisch, wenn ich mir alles rausnehmen würde was für mich toll ist. Ich sollte doch auch etwas an den Menschen die ich treffe mitgeben. So bin ich bei einem langen Gespräch mit Björn vom Blog gehvoraus.de für die 31 Days Challenge herausgefordert worden.

Was ist diese Challenge?

Ganz einfach. Ich werde den kompletten ersten Monat einer mir fremden Person etwas gutes tun. Das kann alles sein. Nur ein lächeln welches die Person selbst zum lächeln bringt oder jemanden die Einkäufe nach Hause tragen. Es bleibt offen und wird sich von Tag zu Tag ergeben. Lediglich eines ist Vorgegeben: Ich gebe mehr als ich in diesem Moment nehme.

Bleib die vollen 31 Tage dabei!

Verfolge diesen Beitrag und mit ihm alle Geschichten und Erlebnisse dieser Challenge. Eine Herausforderung auf die ich selbst äusserst gespannt bin.

Wer mich kennt weiss, dass ich hier bereits ab dem ersten Tag über meine Komfortzone blicken werde, da ich nicht der Typ für solche Ideen war.

Bleiben wir also gespannt. Viel Spass beim Lesen.

Tag 1:

Der erste Tag war besonders toll. Ich durfte meine Reise im Beisein von Familie und tollen Freunden starten.

So war mein geben an diesem Tag, dass am Abschiedsfest viel gelacht und gesprochen wurde und sich neue Kontakte ergeben haben, welche sich sonst nicht gefunden hätten.

Tag 2:

Da der Hirzel aktuell aufgrund von Belagsarbeiten gesperrt ist musste ich eine Alternative suchen. Auf Google fand sich eine Strasse welche jedoch nur noch als Wanderweg ausgeschildert war.

Auf genanntem Weg ist mir dann plötzlich Martin aus der Slowakei begegnet. Er hat angehalten als er mich beim Essen sah und mit mir über das Radreisen gesprochen. Hier liegt auch der Kindness Moment von diesem Tag.

Wir haben fast eine Stunde über seine Erlebnisse, Erkenntnisse und seine Erfahrungen vom Radreisen gesprochen. Er hat sich inspiriert gefühlt wieder einmal etwas selbst zu unternehmen.

Tag 3:

Diesen Tag habe ich selbst sehr genossen. Es ging dem Walensee entlang und das Panorama hat mich bis zum Abend ins Staunen versetzt.

So habe ich an diesem Tag jedem Menschen den ich getroffen habe ein lächeln geschenkt und praktisch immer eines zurück erhalten. Teilweise hat sich daraus auch ein kurzer Schwaz ergeben.

Der Abend klang dann auf einem Campingplatz in Liechtenstein aus auf welchem sich noch einige Gespräche mit lokalen Radler, französischen Radreisenden oder einer jungen Dame welche gerade die Grandtour fährt ergeben.

Ein Tag ohne spezifische Taten, jedoch jede Menge Menschlichkeit.

Tag 4:

Jokertag. Diesen Tag habe ich meiner Freundin Susi gewidmet. Wir haben einen tollen Tag zusammen in Liechtenstein verbracht wo wir nach Malbun gefahren sind und die Natur genossen.

Tag 5:

Es war ein kräftezehrender Tag. Die Fahrt von Vaduz nach Klosters verlief dem Veloweg entlang. Auf diesem habe ich ein Paar mittleren Alters kennengelernt. Wir fuhren schlussendlich gemeinsam nach Klosters und hatten tolle Gespräche.

Das geben an diesem Tag war, dass man nicht nur sich die Anstrengung vergessen lässt, wenn man lacht und spricht sondern auch bei den anderen.

Tag 6:

Oben auf dem Flüelapass angekommen habe ich vor dem Hospiz einen erfahrenen Reiseradler getroffen. Er hat mich angesprochen, als er mein Velo gesehen hat. Wir hatten tolle Gespräche über das Velofahren und die Schweiz. Das geben in dieser Situation war, dass er nochmals seine Erinnerungen erleben durfte beim sprechen.

Tag 7:

Wieder hat sich aus dem nichts ein tolles Gespräch ergeben. Nämlich beim warten auf das einzige Spühlbecken auf dem Campingplatz in Zernez kam ich plötzlich mit einer Salzburgerin ins Gespräch.

Wir haben uns angeregt über das Campen und Campingbusse unterhalten. Ein wirklich tolles Gespräch und wieder wurden beidseitig tolle Gefühle mitgegeben. Es ist spannend zu erkennen, dass es anderen bereits gutes tut wenn man einfach zu hört.

Tag 8:

In Santa Maria habe ich meine letzten Win for Life lose eingelöst. Beim Aufrubbeln vor dem Kiosk war das plötzlich Martin. Ein Reiseradler aus Leipzig welcher gerade via Stelvio auf der Rückfahrt nach Mels war.

Wir kamen ins Gespräch und schnell stellte sich heraus, dass uns gegenseitig etwas Gesellschaft gut tut. So haben wir die Wasserflaschen gefüllt und sind dann gemeinsam bis Mels gefahren. Dabei haben wir viel über das Radfahren und Radreisen gesprochen.

Weiter habe ich dann noch die abendliche Grillstelle, bei welcher ich übernachtet habe, aufgeräumt und den meisten Abfall der herumgelegen ist mitgenommen sowie neues Holz für die nächsten geschlagen.

Tag 9:

Beim Nachtlager von Tag 8 sind plötzlich Michelle und Philipp dazu gestossen. Zwei Reiseradler welche gerade die Via Claudia abfahren. Da diese auch in Meran hält hat sich dann bald eine weitere Gemeinsamkeit neben der Sympathie gefunden welche uns veranlasst hat gemeinsam weiter zu fahren.

So schossen wir gemeinsam in einem Affenzahn nach Meran runter (Super Radweg und es geht fast nur runter, mit bis zu mehr als 40km/h). In Meran angekommen fanden wir bei einem Konzerthaus einen tollen Abstellplatz für unsere Räder und machten dann einen gemeinsamen Nachmittag in Meran. Eine wirkliche tolle Stadt! Es war richtig toll gemeinsam im Rhythmus zu sein und neues zu entdecken. So blieben wir noch eine Nacht zusammen bei welcher wir dann zuerst einen glimpflichen Sturz mit etwas Wundsalbe und einem halben verlorenen Nagel versorgen mussten. Später reparierten wir noch die von der Nagelschere durchlöcherte Isomatte.

Tag 10:

Am morgen vom zehnten Tag haben wir den wohl coolsten Bio Bauern vom Etschtal kennengelernt. Nämlich haben wir hinter einem Maschinenhaus in der Apfelanlage übernachtet. Im Etschtal hat es so viele Apfelplantagen wie ich sie noch nie gesehen habe. Man fährt über duzende Kilometer zwischen den Reihen von besten Äpfeln entlang ohne, dass es ein Ende zu nehmen scheint.

Der Bauer hatte gar nichts dagegen, dass wir auf seiner Anlage übernachtet haben und hat putzmunter die Bewässerungsanlage angeschmissen. Danach hat er noch mit uns gesprochen und uns viel über den lokalen Apfelanbau erzählt. Es schien mir als wäre er richtig froh darüber jungen Leuten erzählen zu dürfen woher die Äpfel kommen.

Tag 11:

Leider habe ich es nicht geschafft eine gute Tat an diesem Tag zu vollbringen. Der Campingplatz in Sterzing ist zwar voll, doch ich schaffe es nicht in Kontakt mit anderen zu kommen. Einzig ein deutsches Pärchen mit ihren Kindern hat nebenan gezeltet mit welchen ich hin und wieder gesprochen habe. Zu sehr war ich wohl damit beschäfigt mein Knie wieder fit zu kriegen.

Es bleibt einzig zu erwähnen, dass ich mein verbliebenes Feuerholz welches zu viel war an einem allgemeinen Punkte deponiert habe und so hoffe, dass jemand daran Freude hat.

Tag 12:

Noch immer bin ich auf dem Campingplatz gesessen. Mein Knie war zwar schon wieder fitter, doch mein Gefühlt sagte mir ich solle noch einen Tag bleiben.

So konnte ich einigen britischen Velofahrern etwas gutes Tun indem ich Ihnen an der vollen Steckdose meine USB-Port zum Laden zu Verfügung stellen konnte.

Tag 13:

Ein etwas grauer Tag war es. Leider habe ich es nicht geschafft jemandem etwas gutes zu Tun teil ich zu sehr mit mir selbst beschäftigt war.

Es war jedoch äusserst interessant zu erkennen, dass es nicht viel braucht um die Aussenwelt komplett auszublenden und sich nur noch auf sich und den Schmerz zu fokussieren.

Tag 14:

Da ich in Kufstein bei der Cousine der Frau meines Vaters ein paar Tage wohnen durfte habe ich natürlich auch im Haushalt mitgeholfen.

Tag 15:

Leider war im Haushalt bereits alles gemacht, was sich mir angeboten hätte ohne zu Fragen zu machen. In der Stadt hat sich auch nichts ergeben.

Tag 16:

Als Dankeschön für die nette Gastfreundschaft habe ich mich mit einer Packung Schokolade bedankt und bin weiter zu einer Freundin vom alten Host gezogen.

Tag 17:

Da die Wohnung vom alten Host umgebaut wurde musste ich kurzfristig umziehen. Es wurde mir bei einer Freundin ein Schlafplatz angeboten, den ich natürlich nicht ausgeschlagen habe.

Als Dankeschön habe ich natürlich gleich gefragt ob und was es zu tun gäbe. Und so durfte ich den Rasen des Grundstückes mähen. Das hat Spass gemacht!

Tag 18:

Da es Sonntag war konnte nicht viel gemacht werden. So sind mein neuer Host und ich an einen Bergfluss gefahren und haben einen tollen Nachmittag mit Grillen, tollen Gesprächen und viel Natur am Wasser verbracht.

Tag 19:

Bei der Testtour ob mein Knie bereits wieder in Ordnung ist habe ich einen Franzosen kennengelernt welcher gerade durch Österreich radelte. Ihm konnte ich dann weiterhelfen weil er nicht mehr weiterkam bei der Orientierung. So ist er hoffentlich nun auf dem Richtigen Weg in Richtung Wien.

Tag 20:

Da das Knie leider nicht verheilt war und noch immer Mühe macht, durfte ich wieder beim ersten Host in Kufstein einziehen. Echt lieb!

Natürlich habe ich mich gleich wieder ans helfen gemacht und einmal die Küche geputzt inkl. der Wohnung gestaubsaugt.

Tag 21-29:

Es war nun eine ruhige Zeit. Ich konnte nicht viel machen weil das Knie Ruhe gebraucht hat. Also habe ich lediglich bei meinem Host mitgeholfen und versucht so viel es geht zu helfen.

Ich durfte ein Auto reparieren, helfen alten Hausrat zu entsorgen, neue Teppiche verlegen und viele andere kleine Dinge machen. Es war eine tolle Zeit!

Tag 30:

Endlich ging es weiter. Wieder zurück auf der Strasse, einfach ohne Velo sondern mit Rucksack, konnte wieder gegeben werden. Es war keine direkte Tat sondern viel mehr das Gespräch mit dem Fahrer meiner ersten Mitfahrgelegenheit.


Er war fasziniert von meiner Reise und deren Verlauf. Einfach Aussteigen war für ihn ein Traum welcher er auch schon lange im Kopf hat jedoch nie bisher daran gedacht hat in umzusetzen.

Ich hoffe sehr, dass die Idee bei ihm beginnt zu keimen und er sich mit Wohnmobil und seiner Frau aufmacht in die weite Welt!

Tag 31:

In Salzburg angekommen habe ich an diesem Tag viel gesehen und prompt eine Einladung erhalten für die nächsten Tage.

So habe ich mich natürlich beim neuen Host beteiligt. Wieder durfte ich Äpfel pflücken und den Garten von Ästen und faulen Früchten bereinigen.

Erhaltene Kindness

Obwohl ich versuche jemanden etwas gutes zu tun ohne etwas dafür zu erwarten ergeben sich täglich so viele Momente in denen ich etwas von anderen bekomme. Völlig ungefragt und aus heiterem Himmel. So wurden mir auf dem Campingplatz bereits Vorräte angeboten, durfte auf einem Bauernhof in der Halle übernachten oder es wurde das Essen mit mir geteilt.

Diese Erlebnisse lassen mich mehr an das Prinzip der Resonanz glauben welches besagt, dass man anzieht was man selbst aussendet.

Fazit

Der vergangene Monat war völlig faszinierend. Nie hätte ich gedacht, dass die positive Einstellung so viel gutes auch anzieht. Wie bereits im Zwischenfazit geschrieben habe ich viel mehr erhalten als ich überhaupt geben konnte.

Es hat mich ausserdem überwältigt durch wie wenig man mit fremden Menschen in tiefen Kontakt treten kann und gemeinsam eine tolle Zeit hat.

Es hat sich herausgestellt, dass es mir wirklich Spass macht mich zu beteiligen und darum werde ich dies auch über die 31 Tage of Kindness hinaus fortführen.

Wie kind bist du?

Es würde mich interessieren ob du bereits ähnliche Erfahrungen machen konntest wie ich. Lasse mich doch Wissen in welcher Form du deine kindness verteilst und die Welt daran teilhaben lässt!

Schreib einen Kommentar oder eine Mail an info@yahu.ch

Kategorien: Berichte

1 Kommentar

Björn · Juli 28, 2019 um 9:53 pm

Hi Yannick,

Ich bin schon sehr gespannt was so alles bei dir passiert und wie du damit umgehen wirst, wenn du dich aus deiner Komfortzone wagst.

Ich wünsche dir eine geile Reise und großartige Geschichten.

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